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Theaterkritik: "Der WG-Krieg" im ACUD-Theater

von Gregor Siber für Nachtausgabe, 15.09.2011

Jeder, der schon einmal in einer WG lebte, wird ihn kennen, den ganz alltäglichen Wahnsinn zwischen Mitbewohner und Mitbewohner: Verschrobene Theorien über die Welt, künstlerische Selbstfindungsprozesse und die entsprechenden praktischen Ausübungen oder ein von schlechten Witzen blutendes Ohr. Solche und ähnliche Wahnsinnszenen eines ganz „normalen“ WG-Lebens bilden den Stoff für die skurrile Komödie „Der WG-Krieg“ von Titanic-Autor Markus Riexinger. Vier Mitbewohner mit ihrer jeweils ganz eigenen nerdigen Begabung offenbaren in den meist kurzen Szenen ihren WG-Kosmos, der sich bis in die entlegensten Winkel der Fantasie erstreckt. Ein Trip durch einen WG-Alltag, wie er an die Abenteuer von Didi und Stulle erinnert.

Genauso wie im richtigen WG-Leben folgt der Szenenverlauf keinem dramaturgisch sinnvollen Bogen, was der Inszenierung (Edwin Basel, Thomas Maul) neben allem Irrsinn zwar eine gewisse Authentizität verleiht, sie jedoch alles in allem etwas ungriffig wirken lässt. Wie in Schlaglichtern folgt Szene auf Szene und Witz auf Witz. Dabei fehlt es weniger an Pointen als an einer Geschichte. Sicherlich wird das den wirklichen Liebhaber von Nonsens und Humor des schlechten Geschmacks nicht daran hindern, hier voll auf seine Kosten zu kommen. Denn dem kann man sich hier genauso wenig entziehen wie in einer WG so manchem Mitbewohner.