Corona-Tatsachen im Überblick

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I. Keine "epidemische Lage von nationaler Tragweite"

1. Im Jahr 2020 gab es nicht nur zu keinem Zeitpunkt eine empidemische Lage nationaler Tragweite. Es gab überhaupt kein nennenswertes Infektions- und Erkrankungsgeschehen in Deutschland (wie offizielle und amtliche Datenerhebungen zeigen, wobei Regierung und Gesundheitsbehörden stets just-in-time über Entwicklungstendenzen informiert sein dürften).

2. Entscheidende Parameter - überwiegend zunächst unabhängig von Labortestergebnissen und der Frage nach Zuverlässigkeit von Tests und Testpraxis - sind a) Krankenstand, b) Aufsuchen von Arztpraxen, c) Hospitalisierungsrate (inkl. Intensivstationen samt Beatmung) und d) Sterblichkeit.

A) KRANKENSTAND

Ein signifikant (geschweige denn: dramatisch) erhöhter Krankenstand unter versicherten Arbeitnehmern ist seit Beginn der "Corona-Pandemie" in Deutschland gegenüber den Vorjahren (im Mittel) nicht festzustellen. Das zeigten schon Zwischenstandsmeldungen der Techniker Krankenkasse und der AOK. Das zeigen Übersichten des  Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg für den Bund (Links Anteil der Krankschreibungen, rechts prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum):

Dasselbe geht aus Veröffentlichungen des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen hervor:

B) ARZTKONSULTATIONEN

Dazu passt, dass auch das Seuchen-Monitoring des Robert-Koch-Instituts keine Erhöhung der Rate akuter Atemwegserkrankungen (ARE) für die Bevölkerung feststellen konnte (erste Grafik) und ebenso keine erhöhte Frequentierung von Arztpraxen wegen ARE (zweite Grafik). Original-Quelle: hier.


C) HOSPITALISIERUNG

Im selben Bericht kann das RKI auch keine Zunahme von Krankenhausaufenthalten aufgrund "schwerer akuter respiratorischer Infektionen" (SARI) feststellen:

Das deckt sich mit Daten der Initiative Qualitätsmedizin für Krankenhäuser, Intensivstationen und Beatmungen bezogen auf sämtliche Krankheitsfälle: 

 Erhebungen, wie sie auch die Helios-Kliniken mit Stand von April 2021 bestätigen:


Auch die von RKI und DIVI seit Herbst 2020 (auch rückblickend) publizierten Zeitreihen-Grafiken zur bundesweiten Intensivbettenbelegung sind aufschlussreich:


1. Es gibt keine Korrelation zwischen steigenden und sinkenden "Covid-19-Fällen" und der im Wesentlichen konstanten Gesamtbettenbelegung. Beispielsweise am 3. Januar 2021: Gesamtbelegung 20.057; davon mit Covid 5.745 und am 17. Juli 2020 bei höherer Gesamtbelegung von 20.816 nur 246 mit Covid. 2. Sehen wir einmal von vermeintlichen und tatsächlichen Gründen für den Rückgang betreibbarer Betten und der Notfallreserve ab (offiziell ist von Personalproblemen die Rede, es gibt aber immer wieder auch Änderungen der Abrechnungsmodalitäten: erst gab es vom Staat Geld für frei- und vorgehaltene Betten, jetzt gibt es Geld für höhere Auslastungsquoten, was das Meldeverhalten der Krankenhäuser bzgl. betreibbarer Betten verändern könnte), können wir unterstellen, dass von mindestens 27.000 irgendwie vorhandenen Betten maximal um die 21.000 Betten belegt waren (sind), was eine bisher maximale Auslastung von 78 Prozent ergibt. 3. Grundsätzlich werden öffentliche wie private Krankenhäuser und Intensivstationen auch nach betriebswirtschaftlichen (gesundheitsökonomischen) Imperativen geführt, weshalb es so etwas wie eine Idealauslastung gibt. Am 15.03.2018 wurde die Intensivbettenkapazität von Öffentlich-Rechtlichen ("Zahlen und Fakten zur Intensivmedizin") mit (ebenfalls) 27.000 angegeben und ein Wert für die Idealbelegung benannt, nämlich: 80 Prozent. Das heißt: seit mit Beginn Coronas alles auf die Situation der Intensivstationen starrt, befanden diese sich immer unterhalb der Idealauslastung, sollten aber gleichzeitig stets kurz vor Erreichen der Kapazitätsgrenze (100%), Überlastung und Kollaps stehen, was überhaupt nicht plausibel ist.

Das panische Beäugen des eigenen Gesundheitssystems ist in Deutschland ganz besonders wirklichkeitsfremd (und neurotisch). Zum Beispiel ist das schwedische Gesundheitssystem bei wesentlich moderateren Maßnahmen nicht zusammengebrochen, obwohl Schweden laut OECD 4 mal weniger Krankenhausbetten im Verhältnis zu den Einwohnern hat als Deutschland, dessen Bettendichte in Europa führend ist (siehe: hier):

Pressemittelung auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums vom 30. April 2021
("Corona-Gutachten des Beirats des BMG"):
 
"Die Analyse der Leistungsdaten aller deutschen Krankenhäuser zeigt, dass [...] die stationäre Versorgung in Deutschland im ersten Pandemiejahr 2020 flächendeckend gewährleistet werden konnte. Nach einem Rückgang der Krankenhausfälle im Frühjahr um ca. 30 Prozent, wurden auf Jahressicht im Bereich der allgemeinen Krankenhäuser 13 Prozent und im Bereich der psychiatrischen Kliniken 11 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr versorgt. Im Jahresdurchschnitt waren vier Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patientinnen und -Patienten belegt. [...] Die Mitglieder des Beirats betonten, dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht hat."
 

In einer weiteren Publikation des Bundesgesundheitsministeriums zeigt sich, dass Sars-CoV-2 als Atemwegserkrankung mit Lungenentzündung dem Vorjahres-Geschehen nicht hinzugetreten ist, sondern eine neue Bezeichnung oder einen neuen Beobachtungsgegenstand innerhalb des üblichen Geschehens bildete:

Am 9. Juni 2021 bestätigt der Bundesrechnungshof den Intensivbetten-Schwindel, über den Kritiker von Anfang an geschrieben haben, der dann auch im Stern skandalisiert wird.

 D) STERBLICHKEIT

Im Grunde reicht zu wissen, a) dass die WHO mit Ioannidis die Infektionssterblichkeit (IFR) Coronas im Bereich der Influenza-Grippe ansiedelt (und zwar ohne hinsichtlich der Toten zwischen "an" und "mit" Corona gestorben zu differenzieren) und/oder b), was Autoren des RKI im Ärzteblatt veröffentlicht haben:

"Verglichen mit den Vorjahren verlief die Übersterblichkeit im Frühjahr etwa auf dem Niveau der Influenzawelle 2019 und war im Herbst ähnlich wie in den Influenzawellen 2017/2018."

Im Detail wäre allerdings auch die hier zugrunde gelegte Übersterblichkeitsrechnung zu kritisieren:

Man weiß, dass "im Zusammenhang Coronas" (d.h. positiver PCR-Test und Covid-Verdacht wegen Kontakten) in statistisch relevanter Größenordnung überall nur gestorben ist, wer zugleich hochbetagt (Medianalter der "Corona-Toten" liegt über der durchschnittlichen Lebenserwartung) und multimorbid (mehrfach schwer vorerkrankt) war, das heißt das ganz alltägliche Sterbeprofil aufwies. Die offiziellen Zahlen machen keinen Unterschied zwischen dem Sterben a) haupttodesursächlich "an" Corona-Erkrankung, b) beschleunigt "durch" Corona-Erkrankung, c) ohne Todeskausalität "mit" einer leichten bis moderaten Corona-Erkrankung und d) "mit" einem positiven PCR-Test ohne jedwede Corona-Symptomatik. Sollte die Corona-Infektion das Sterbegeschehen in einem Land kausal beeinflussen, dann müsste sich das in einer Jahresübersterblichkeit zeigen (ohne, dass umgekehrt eine zu verzeichnende Jahresübersterblichkeit automatisch (allein) aufs Konto Coronas ginge, wenn auch Anti-Corona-Maßnahmen und Panikhandlungen (wie die Isolation der Alten, verfrühte Intubationen, Verlegung symptomatisch Erkrankter von Krankenhäusern in Pflegeheime, von flüchtendem Personal zurückgelassene und sich selbst überlassene Pflegebedürftige) zu erhöhter Sterblichkeit führen können).

Man kann nun wie das Bundesamt für Statistik die absoluten Todesfallzahlen für 2020 mit denen des Vorjahres und/oder dem Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2019 vergleichen und so eine Übersterblichkeit konstatieren, welche derjenigen der (auf dieselbe Weise errechneten) Grippewelle 2017/18 entspricht. Seriöser ist es, a) einen größeren Zeitraum (etwa 10 Jahre) zu betrachten und b) zu berücksichtigen, ob und wie sich die Bevölkerung im jeweiligen Jahr zusammensetzt, ob etwa die Gesamtbevölkerung und der Anteil der Alten gegenüber den Jungen zugenommen hat, was bei identischen Sterberaten in allen Altersklassen zu einer Zunahme der absolute Zahl der Gestorbenen führen würde, ohne dass dies als Übersterblichkeit zu fassen wäre. 

Unter Berücksichtigung des Wandels in Wachstum und Altersstruktur der Gesellschaft für die erwartete Normal-Sterblichkeit kommen Rießinger (Mathematikprofessor), Gill (Soziologie-Professor an der Ludwig-Maximilian-Universität in München) und Kauermann (Statistiker, Uni München) für Deutschland (sowie die Wissenschaftler der Aletheia für die Schweiz) zum Schluss, dass es 2020 keine (auffällige) Übersterblichkeit gegeben hat.

Man kann übrigens auch - im Sinne der laut Wikipedia wissenschaftlich gängigen Methode - auch die altersspezifische Bevölkerungszusammensetzung eines beliebigen Jahres als "Standard-Bevölkerung" definieren und diese Werte auf die spezifischen Altersgruppen-Sterbequoten der anderen Jahre beziehen und schauen, ob es Ausreißer der Sterblichkeit gibt. (Samuel Eckert hat dies mit 2020 als Standardbevölkerung beruhend auf den offiziellen Zahlen für viele europäische Nationen getan - und findet ebenfalls nirgends dramatische Übersterblichkeiten.)

Einfacher und direkter ist es, sich nur die Sterbequoten der von Corona unter Umständen betroffenen Altersgruppen des Jahres 2020 im Verhältnis zu den Vorjahren anzusehen, für Deutschland und im Vergleich mit Spanien (härtere Maßnahmen, viele offizielle "Corona-Tote") und Schweden (weniger Maßnahmen, weniger offizielle Corona-Tote)*:

 

Die Sterblichkeitsquoten von 2012 bis 2019 dürfen als normal gelten. Dasselbe gilt für die Schwankungsbreite der Minimal- und Maximalwerte über diese Jahre in Prozentpunkten. Man sieht, dass die Werte im Ländervergleich relativ nah bei einander liegen (und Spanien stets die niedrigsten Werte aufweist, was immer dies bedeuten mag). Für 2012 bis 2019 könnte man innerhalb der normalen Schwankungsbreite für Jahre über bzw. unter dem Durchschnitt der Sterbequoten von einer leichten, aber normalen Über- bzw. Untersterblichkeit sprechen. Ich denke nun, dass eine im Verhältnis zu den Vorjahren auffällige (nicht-normale) Übersterblichkeit in 2020 den Maximalwert (deutlich) überschreiten (sich also nicht innerhalb der normalen Schwankungsbreite bewegen) sollte. Von einer nicht nur auffälligen, sondern auch einigermaßen dramatischen Übersterblichkeit würde ich erwarten, dass der Wert, mit dem die aktuelle Sterbequote den Maximalwert der näheren Vergangenheit überschreitet, mindestens dem Wert der Schwankungsbreite entspricht. Es müssten 2020 also deutlich mehr alte Menschen als im schlimmsten der normalen Vorjahre gestorben sein (das hätte eine gewisse Dramatik, freilich ohne, dass aus ihr automatisch und evident Ausgangssperren etc. zwecks Prävention abzuleiten wären). Jedenfalls zeigt sich, dass in diesem Ländervergleich allein Spanien in 2020 für zwei der drei betrachteten Altersgruppen eine auffällige - allerdings nicht dramatische - Überschreitung des Maximalwerts der Vorjahre aufweist. In Deutschland und Schweden dagegen sind so viele alte Menschen gestorben wie mehr oder weniger immer (eben innerhalb der normalen Schwankungsbreite und damit gleich oder unterhalb des Maximalwerts) seit 2012.

[* Die Werte dieser Tabelle entstammen - siehe auch: hier - den von Samuel Eckert veröffentlichten Tabellen, der die Daten seinerseits vom Bundesamt für Statistik (Deutschland) bzw. von Eurostat (Spanien und Schweden) übernommen haben will. Ich habe nicht überprüft, ob sich beim Übertragen der Daten Fehler eingeschlichen haben oder Fälschungen vorgenommen wurden. Ich gehe, wie auch bei Rießinger, Gill, Kauermann und Aletheia, davon aus, dass die Zahlen stimmen - bisher hat jedenfalls keiner der notorischen Faktenchecker Zahlenfehler- oder -fälschungen auch nur behauptet. Beanstandet wird die Methode - und dabei bleiben die propagandistischen Checks wie üblich unter dem Niveau des Kritisierten, das ihnen - wie die Bezugnahme auf eine "Standardbevölkerung" - offensichtlich zu hoch ist. Wie so häufig merken sie nicht einmal, dass sie sich selbst widersprechen und den Angegriffenen bestätigen. Correktiv zieht gegen Eckert folgendes Fazit: "Sowohl das Statistische Bundesamt als auch das Max-Planck-Institut gehen derzeit von einer leichten Übersterblichkeit im Jahr 2020 aus, verursacht vor allem durch stark gestiegene Sterbefallzahlen während der beiden Corona-Wellen in Deutschland. Sie verweisen jedoch darauf, dass endgültige Zahlen für abschließende Berechnungen, die zum Beispiel die Bevölkerungsstruktur mit einbeziehen, noch nicht vorliegen." Während sich das Statistische Bundesamt erst im Mai mit der Bevölkerungsstruktur beschäftigen will, haben einige Wissenschaftler (s.o.) und eben Eckert dies bereits getan mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass aus einer "leichten Übersterblichkeit" keine Übersterblichkeit wird - wiewohl nach einem Jahr Killervirus und gesundheitspolitischer Notstand ohnehin mehr zu erwarten gewesen wäre als eine "leichte Übersterblichkeit".]

II. Präventionsparadox?

Damit konfrontiert, verweisen die Verteidiger der Maßnahmen als ihren letzten Halt aufs Präventionsparadox: Eben gerade wegen der Effektivität der Maßnahmen sei das Erkrankungsgeschehen 2020 gegenüber 2019 unauffällig geblieben. Dagegen bringen Kritiker der Maßnahmen eine parabolische Erzählung in unterschiedlichen Variationen in Stellung: „Warum klatschst du? – Ich klatsche, um die rosa Elefanten zu vertreiben. – Es gibt doch keine rosa Elefanten. – Klar, weil ich klatsche.“

Ich möchte diese entlarvende Parabel um fünf weitere gewichtige Argumente ergänzen, die zeigen, weshalb die Behauptung eines Präventionsparadoxes nicht zur Rechtfertigung der seit über einem Jahr herrschenden Corona-Politik taugt:

1. Das ursprüngliche Corona-Narrativ lautete durchgehend, dass es bereits schlimm sei und wir uns akut im Notstand befänden, ohne Maßnahmen alles noch viel schlimmer wäre. Der ausgegebene Zweck des Ausnahmezustandes und der befristeten Bürgerrechtsverletzungen war nie, die Public Health Parameter auf dem Niveau von 2019 zu halten.

2. Selbst wenn, ist es nicht plausibel, dass das beständig veränderte „Bündel“ verschiedener Maßnahmen des Jahres 2020 – aller offensichtlichen Chaotik und Absurdität zum Trotz (etwa erst keine Masken, dann Alltagsmasken, dann medizinische Masken) – im Ergebnis genauso austariert gewesen sein soll, dass zu jeder Zeit fast exakt die gesundheitsstatistischen Werte von 2019 bewirkt wurden.

3. Im Gegenteil belegen mittlerweile nicht erst eine zunehmende Anzahl von Studien, sondern auch ein simpler Länderabgleich Deutschlands mit Schweden oder der Vergleich der beiden Dakotas in den USA, dass man mittels Lockdown, Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen keinen relevanten Einfluss aufs Infektions- und Sterbegeschehen, auf die Auslastung von Krankenhäusern nehmen kann. In Deutschland war die erste Welle offiziellen Zahlen nach – seit 15. April 2020 bekannt – bereits am Abklingen, bevor man die ersten Maßnahmen ergriff und der Notstand ausgerufen wurde.

>Overall, our results suggest that population-wide social distancing applied to the population as a whole would have the largest impact; and in combination with other interventions – notably home isolation of cases and school and university closure – has the potential to suppress transmission below the threshold of R=1 required to rapidly reduce case incidence.< (Imperial College Studie, 16.3.2020)

4. Ohnehin liegt die Beweislast dafür, dass die Maßnahmen überhaupt erforderlich und dann auch zweckdienlich und verhältnismäßig sind, beim Staat. Ein entsprechender Nachweis wurde von den Regierungen bis heute nicht vorgelegt. Was parallel zu panikschürenden Behauptungen und Modellierungen an tatsächlichem empirischen Material von den Behörden publiziert wird, spricht gegen das Corona-Regime.

5. Und zuletzt einmal unterstellt: man könnte mit dem Schließen von Kneipen und dem Verbot kultureller Veranstaltungen sowie anderen Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten von November bis Mai und nervtötend neurotischen Hygienekonzepten während sommerlicher „Lockerungen“ die Anzahl von Atemwegserkrankungen inkl. Lungenentzündungen signifikant senken, dann wäre immer noch die Frage, ob man oder wer in alle Zukunft wirklich so leben will. 

6. Grundsätzlich muss der Notstand bereits eingetreten sein, um ihn auszurufen. Die inzwischen beliebte Übertragung des Präventionsgedankens auch auf dieses Feld führt sachlich in eine Paradoxie, ist psychisch schizophren und politisch einer bürgerlichen Gesellschaft unwürdig. Es ergibt schlicht keinen Sinn, den Ausnahmezustand jetzt herbeizuführen, um ihn künftig nicht herbeiführen zu müssen. Es sei denn, man wollte einst als unantastbar konzipierte Grundrechte zur Disposition stellen...

III. Erstes Fazit

1. Es gab bis März 2020 (und erstrecht danach) keinen einzigen rationalen Grund, anzunehmen, Corona würde gefährlicher sein als eine herkömmliche Grippe. Selbst Drosten sprach Anfang März 2020 von einer "milden Erkrankung" und wiederholte im Juni 2021 vor dem Brandenburgischen Untersuchungsausschuss: "Es ist immer noch eine milde Erkrankung (für die allermeisten Menschen). Daran hat sich auch nichts geändert."

2. Vielmehr entstand ab Mitte März 2020 relativ plötzlich eine Panik bzw. Angstlust, die eine Eigendynamik entfaltete, in deren Vollzug Medien, Bevölkerung, Politik und Experten einander wechselseitig befeuerten.  

3. Drehpunkte der Panikmache sind A) die "Bilder aus Bergamo" (später aus UK, NewYork, Brasilien, Indien usw.), die wie jede Sensationsberichterstattung eben nicht für sich selbst sprechen:

 

und B) die pseudowissenschaftliche Modulation von Horrorszenarien (zunächst des Imperial College und des RKI). Diese beruhen auf den 4 zentralen Lügen, dass es im Zusammenhang Coronas 1.) keine Saisonalität und 2.) keine (Vor- bzw. Herden-) Immunität gäbe, dass 3.) "Asymptomatisch Infizierte" fürs Erkrankungsgeschehen große Bedeutung hätten und dass 4.) das Impfthema (zunächst also ein mangelnder Impfstoff) relevant sei. Darum die bis 2020 abwegige Massentesterei von Gesunden, in deren Folge massenhaft falsch-positive Ergebnisse in jene Messwerte eingeflossen sind, mit denen die Suspendierung elementarer Bürgerrechte begründet wurden.

4. Bis 2020 hätte es sich für westlich-bürgerliche Gesellschaften kategorisch verboten, selbst angesichts einer wirklich gefährlichen Seuche (etwa vom Kaliber der Spanischen Grippe) chinesische Verhältnisse einzuführen - und sich selbst abzuschaffen. (Schon hier hätte die Zwangsisolation Erkrankter (oder Ansteckungsverdächtiger) als drakonisch gegolten und war an umso strengere Nachweise gebunden.)

Der Szenarien-Modellierer vom chinafreundlichen Imperial College, Neil M. Ferguson, der britischen Institutionen wie der Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) seit jeher, wenn auch meist erfolglos, drastische Maßnahmen empfahl, reflektiert das unverhoffte Gelingen vom März 2020, China zu imitieren, im Dezember rückblickend so

„Ich glaube, das Gefühl der Leute, was in Bezug auf die Kontrolle möglich ist, hat sich zwischen Januar und März ziemlich dramatisch verändert... Es ist ein kommunistischer Einparteienstaat, sagten wir. Wir dachten, wir könnten damit in Europa nicht durchkommen... Und dann hat Italien es getan. Und wir erkannten, dass wir es können... Wenn China es nicht getan hätte, wäre das Jahr ganz anders verlaufen.“

5. In seinem Interview mit der FAZ vom 16.03.2020 hat Hendrik Streeck (wie auch am 17. März John Ioannidis) nicht einfach nur eine "Meinung" von sich gegeben, sondern die Lage sachlich und nüchtern eingeschätzt, und zwar auf Basis a) epidemiologischen und medizinischen Grundwissens (welches die Paniker und China-Freunde ohne Not über Bord geworfen haben) und b) aller bis dahin verfügbarer Daten (welche von der laufenden Entwicklung bis heute immer wieder bestätigt wurden). Es stimmt nicht, dass man angesichts damaliger Unübersichtlichkeit oder Unwissenheit überreagieren durfte. Man wollte Angst haben und man wollte den Ausnahmezustand.